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Unbürgerliche “Enzyklopädie”

Amina Aziz archiviert mit der “Encyclopaedia Almanica” die Stimmen von BiPOC und queerer Autor*innen in einem Buch.

Die Autor*innen Amina Aziz, @Ferraeterin, @Hrmpfm, Ayesha Khan, Bahar Sheikh, Hengameh Yaghoobifarah und @Zugezogenovic verbreiten radikale, notwendige und dazu noch ziemlich gute Gesellschaftskritik auf Twitter. Sie werden dafür allerdings häufig gesperrt – ein Phänomen, was gerade diverse Stimmen abseits der typischen Alman-Stimmen auf Twitter häufig kennenlernen müssen.

Mit der “Encyclopaedia Almanica” dokumentiert und archiviert die Autorin Amina Aziz verschiedene Tweets der Autor*innen, die aus ihrem Leben erzählen, von ihren Rassismuserfahrungen, wie sie von Almans als etwas “Besonderes” oder “Exotisches” abgewertet werden und wie sie mit diesem alltäglichen Rassismus umgehen. Dazu beinhalten die Tweets immer eine gute Prise Humor – wie er auch in “umstrittenen” Satire von Hengameh Yaghoobifarah in der taz zum Ausdruck kam.

Ein unfassbar gutes und wichtiges Buch, was mit Konventionen, die aus weißer, heterosexueller Perspektive in die Welt gesetzt wurden, bricht und eine neue Gesellschaftskritik abseits von Adorno und Marx etabliert. Und für die Twitter-User*innen: Folgt den Accounts!

Amina Aziz (Hg): Encyclopaedia Almanica. Edition Assemblage 2020. 96 Seiten, 9,80 Euro.

Philipp Schröder

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