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Gedenkkundgebung: „Vereint gegen Rassismus!“
Gedenkkundgebung: „Vereint gegen Rassismus!“

„Wir werden immer wieder aufstehen!“

Unter dem Motto „Wir sind hier! Vereint gegen Rassismus!“ fand am 29. Februar 2020 eine zweite Gedenkkundgebung aus Anlass des brutalen Anschlags von Hanau am 19. Februar 2020 statt. An der Kundgebung nahmen 400 Menschen teil. Die Veranstaltung wurde von den Münsteraner migrantischen Organisationen ODAK-Kulturzentrum, Verein für politische Flüchtlinge, Integrationsrat, AFAQ, Jüdische Gemeinde Münster, Persisch-Deutsche Kulturbrücke Poll Münster, Alevitisches Kulturzentrum Münster und Umgebung und dem Demokratisch-Kurdischen Gesellschaftszentrum organisiert. Sie wollten Solidarität mit den Überlebenden und den Hinterbliebenen der Opfer von Hanau üben und zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund ein selbstverständlicher Teil dieser Gesellschaft sind. Die Gedenkkundgebung stand ganz unter dem Zeichen, dass alle Menschen dem grassierenden Rassismus widersprechen müssen.

Karaca Kaplan vom ODAK-Kulturzentrum machte deshalb auch deutlich, dass sie verstehen können, wenn Menschen mit Rassismuserfahrung überlegen auszuwandern. Sie stellte aber klar, dass dies für sie keine Alternative sei.

Sharon Fehr von der jüdischen Gemeinde konnte wegen Shabbat nicht anwesend sein. Deswegen wurde sein Redebeitrag von Minoas Andriotis verlesen. Er machte deutlich, dass der aktuelle Rechtsterror erschreckend ist. Gegenwehr ist dringend geboten, so Fehr.

Sharon Fehr möchte, dass das Engagement gegen Rassismus und Rechtsterror niemals endet. Niemand dürfe Angst in dieser Gesellschaft haben. Egal welcher Herkunft, Religion oder Sprache er oder sie angehört:

„Bieten wird den Nationalisten, Faschisten, Rassisten und Antisemiten die Stirn und zeigen wir ihnen, dass wir mehr sind und dass wir nie aufhören werden, uns für eine Gesellschaft einzusetzen, in der es nicht Angst machen muss, anders zu sein!“

Weitere Redner*innen setzen sich gegen den Hass und Terror und für eine gerechte Welt ein.

Abschließend spielte Minoas Andriotis ein Lied, das von einem griechischen Partisanen handelt, der sich im KZ mit seinem jüdischen Mitinsassen solidarisiert. Dabei spielte er die türkische Version des griechischen Liedes der „Grup Yorum“, die in der Türkei wegen ihrer politischen Einstellung verfolgt wird. Das Lied heißt übersetzt „Lebt wohl meine Freunde“. Ein kleiner Ausschnitt:

Jan Große Nobis

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