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Back to the Benno

“Nach Corona wird “die Welt nie wieder dieselbe sein”, hieß es in zahlreichen Zeitungsberichten. Unsere Jugendredaktion (aber auch ältere Redaktionsmitglieder) haben wir mit der Frage konfrontiert, was das für uns im Bennohaus bedeutet. In Gruppen sollten sie sich mit dem Szenario auseinandersetzen, nach dreieinhalb Monaten im Homeoffice wieder ins Bennohaus zurückzukehren.

Herausgekommen sind dabei vier ganz unterschiedliche Textformen, die von den Gruppen im Anschluss vertont wurden. Die gesammelten Ergebnisse findet ihr als Podcast zum Anhören (oben klicken) oder hier zum Download.


Gruppe 1 beschreibt den hypothetischen ersten Vor-Ort-Arbeitstag eines äußerst sensibilisierten Menschen.

Rückkehr ins Bennohaus
Mein Wecker klingelt. Ein Geräusch, was ich seit Wochen, nein Jahren nicht mehr gehört habe. Der erste Arbeitstag. Ich reiße die Bretter von meinem Fenster ab und blicke in das gleißend helle Sonnenlicht. Dass ich mich in den ganzen Tagen ohne dieses nicht in einen Vampir verwandelt habe, ist auch verwunderlich. Ich bleibe nicht, wie gewöhnlich, noch ein bis vier Stunden liegen, sondern rapple mich sofort auf. Mein Körper dankt mir das, indem er zusammenbricht. Nun liege ich auf dem Boden und überlege, wie ich das Ganze vor der Apokalypse so reibungslos geschafft habe. Meine Beine sind noch im Tiefschlaf und es benötigt viel Überzeugungskraft, um sie aufzuwecken. Ich frühstücke. Was ist das überhaupt nochmal? In den letzten Wochen gab es immer nur Mittagessen, Abendessen und einen Mitternachtssnack. Wobei man den vielleicht auch schon wieder als Frühstück beschreiben könnte, wenn er um 5 Uhr morgens eingenommen wurde. Ich schweife ab.

Ich schleppe meinen müden Körper unter die Dusche, weil mich jetzt doch noch andere Wesen riechen können müssen als nur meine Katze. Eigentlich habe ich immer morgens geduscht, aber in den letzten Tagen hat sich das dann doch langsam immer weiter Richtung Abend verschoben. Wer weiß, wenn die Quarantäne weiter angedauert hätte, hätte es sich vielleicht auch wieder auf morgens verschoben. Bei dem Gedanken an den nächsten Schritt in meinem Tagesablauf dreht sich mir der Magen um und mein gesamter Körper nimmt eine Abwehrhaltung ein: die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Früher hätte ich mich jetzt in drei Schichten Sicherheitskleidung eingepackt und meine Gasmaske aufgesetzt. Heute soll angeblich eine leichte Sommerjacke reichen, prophezeit der Wetterbericht. Wann ist es überhaupt Frühling geworden? Das letzte Mal, als ich draußen war, waren es doch noch Minusgrade. Als ich meinen Kleiderschrank öffne, um mir den Rat des Wettermannes zu Herzen zu nehmen, fällt mir der letzte Rest meines Toilettenpapiervorrats entgegen: um die 40 Packungen brechen über meinem Kopf zusammen. Es wäre also eh diese Woche knapp geworden.

Ich atme tief durch und öffne die zehn Sicherheitsschlösser an meiner Tür. Einige davon sind eingerostet und ich muss sie mit verschiedenen Werkzeugen erst abmontieren, um die Außenwelt zu erreichen. Komme ich jetzt zu spät zur Arbeit? Ich habe kein Konzept von Zeit mehr. Sind seit dem Aufstehen nun fünf Minuten, oder fünf Stunden vergangen? Ich kann es nicht einschätzen. Ein Blick auf mein Handy verrät mir: ich bin in der Tat zu spät und muss nun den späteren Bus nehmen. Dass diese Zeiten haben, an die man sich halten muss, erscheint mir irgendwie schleierhaft.

An der Bushaltestelle treffe ich einen alten Freund. Die Apokalypse hat uns beide sichtlich mitgenommen. Er geht auf mich zu und will mich umarmen. Aus Reflex sprühe ich ihn mit Pfefferspray ein.
Ich steige in den Bus. Dass mehr als vier Leute anzutreffen sind, versetzt mich in leichte Panik. Ich versuche sie abzuschütteln, indem ich mein Desinfektionsspray raushole und meinen Sitz und alle Halterungen und Stangen darum herum damit einsprühe. Die anderen fangen an zu husten. Meine Panik verschlimmert sich und ich bedrohe sie, indem ich ihnen androhe, die Polizei zu rufen, wenn sie nicht aufhören. Eine solche Versammlung würde diese ganz sicher nicht gutheißen. Der Anblick des Nothammers beruhigt mich zunächst ein bisschen, im nächsten Moment denke ich jedoch darüber nach, was für Bakterien an diesem kleben könnten.

In meinem Bürojob gibt es heute wieder die erste Konferenz, die nicht online ist. Dabei vergesse ich, dass ich mich nicht stummschalten kann und wundere mich, dass auf meine abfälligen Kommentare alle mit einem entsetzten Blick reagieren.

An meinem Arbeitsplatz hat sich nichts verändert. Nur leider kommt mir der Raum zwischen mir und meinen Kollegen nicht mehr groß genug vor, weshalb ich meinen Schreibtisch in die Mitte des Raumes schiebe und ein Absperrband darum herum wickel. Wenn die Situation keiner außer mir ernst nimmt, sollten die anderen mich wenigstens nicht mit in ihr Verderben ziehen.

Als eine Kollegin zu mir kommt, um eine Aufgabe mit mir zu besprechen, fällt erst ihr und dann mir auf, dass man vor Ort, im Gegensatz zu einem Videocall, doch mehr sehen kann als nur den Oberköper. Die Jogginghose zu dem Sakko sah zu Hause definitiv stylischer aus als hier.

Auch mein ausgewählter Musikgeschmack scheint die anderen zu stören. Dabei bin ich mit lauter Musik so viel produktiver. Ohne ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich an mein Handy gehe, oder andere Webseiten besuche. Stimmt ja, die Browserhistory auf meinem Arbeitsrechner kann nachgeguckt werden.

In der Mittagspause werden uns Nudeln mit Tomatensauce angeboten. Ich schreie die Mitarbeiter*innen an, wie sie solch kostbares Gut einfach so verkaufen können und verlange eine eigene Packung für Zuhause. Zum Tausch biete ich sogar 0,75 Rollen Klopapier an, aber keiner möchte auf mein großzügiges Angebot eingehen.

Dass ich nach der Pause wieder anfangen muss zu arbeiten, beunruhigt mich etwas. Weil ich bis 6 Uhr morgens wach war, werde ich außerdem langsam müde. Ich klappe also für ein Nickerchen meinen Stuhl zurück und decke mich mit meinen dreifach desinfizierten, selbst gestrickten Bettlaken zu. Nach einer kurzen Zeit werde ich unsanft und mit Körperkontakt von meiner Vorgesetzten geweckt. Sie fragt mich, was das Ganze soll. Ich springe auf und renne kreischend auf die Toilette, um eine kurze Dusche unter dem, natürlich zuvor desinfizierten, Wasserhahn zu nehmen. Dabei fällt mir auf, dass die Anzahl meiner Handsäuberungen heute noch nicht in den zweistelligen Bereich gekommen ist. Mit der festen Überzeugung nun schwer krank zu sein, mache ich mich auf den Heimweg. Diesmal gehe ich die acht Kilometer zu Fuß, um mich nicht weiteren Gefahren auszusetzen.

Zuhause angekommen nehme ich erstmal drei Duschen hintereinander und werfe verschiedene Antibiotika ein, um auch ganz sicher zu gehen, dass die letzten Keime abgetötet sind.

Meine Katze guckt mich vorwurfsvoll an. Sie hatte heute keinen Schoß, auf dem sie schlafen konnte und wurde auch nicht mindestens sechs Stunden gestreichelt. Sie ist der festen Meinung, dass ich sie nun nicht mehr lieben würde und ignoriert mich für den Rest des Abends.

Ich lasse mich ins Bett fallen und stelle schockiert fest, dass es keine Netflix-Serie mehr gibt, die ich noch nicht geschaut habe. Genervt wende ich mich einem meiner zwölf neuen Hobbys zu und stricke meiner Katze ihren 220sten Sicherheitsanzug.

Nur zur Sicherheit nagle ich ein paar neue Bretter an meine schon lange nicht mehr hochfahrbaren Rollladen.

Man kann ja nie wissen.


Gruppe 2 zeichnet in einer märchenhaften Erzählung ein noch sehr viel weiter in die Zukunft reichendes Bild von der Rückkehr ins Bennohaus.

Goranos und die dreckige Kaffeetasse
In ferner Zukunft, in einem nicht allzuweit entfernten Haus, stößt Goranos auf eine fast vergessene Welt. Auf der Suche nach seiner noch wegzuräumenden Kaffeetasse beschließt er, das Bennohaus aufzusuchen, um dem Fluch von Jan L. zu entgehen. Niemand weiß mehr genau, wo das Bennohaus liegt. Alles, was noch existiert, ist die legendäre Vektorgrafik des Johannes B. Mit letzter Kraft schlägt er seine Heckenschere durch das Dickicht, die Klinge ist durch meterlange Ranken bereits stumpf und abgewetzt. Gerade, als die Hoffnung verschwunden scheint, bahnen sich erste Strahlen gleißenden Sonnenlichts durch das dicht belaubte Buschwerk. Hektisch reißt er weitere Lianen aus dem Weg, um sein Sichtfeld zu vergrößern.

Das Gebäude vor ihm wirkt wie aus einem vergangen Zeitalter. Ganz eben zeichnen sich die Konturen eines Balkons ab, weit oben reckt sich ein Turm durch das Blätterdach der Urwaldriesen. Dunkel erinnert er sich an die Räume, Treppenhäuser und vergessenen Pfade hinter diesen Mauern. Im Hintergrund rauscht ein mächtiger Fluss, bevölkert von der buntesten Artenvielfalt, die das Münsterland je gesehen hat: Süßwasserdelfine, Alligatoren und Spezies, deren Namen er noch nicht einmal kennt. Nur wenige erinnern sich an den ursprünglichen Namen dieses Gewässers: Der sagenumwobene Dortmund-Ems-Kanal.

Er macht ein paar vorsichtige, beinahe ehrfürchtige Schritte auf die Tür zu, kneift die Augen zusammen und liest Zeile für Zeile die Sätze, die für all das gesorgt haben: „Das Bennohaus bleibt aufgrund von Corona bis zum 15.03.2020 geschlossen“. Dass das Bennohaus auch Monate danach noch nicht wieder öffnen wird, hatte damals noch niemand geahnt. Goranos drückt ohne große Hoffnung gegen die Tür, doch zu seiner Überraschung, gibt sie ohne Widerstand nach.

Drinnen angekommen nimmt er ominöse Klänge wahr, es dauert kurz, bis er realisiert, dass dies die Klänge der längst vergessen geglaubten musikalischen Früherziehung zu sein scheinen. Während um das Bennohaus der Dschungel floriert, scheint die Zeit auf den ersten Blick drinnen kaum Spuren hinterlassen zu haben. Er schultert seinen schweren Rucksack und geht respektvoll an dem leeren FKJ-Bereich vorbei, den schon lange vor dem Corona-Zwischenfall niemand mehr betrat.

Er nimmt zwei Stufen auf einmal. Das Stockwerk will er so schnell wie möglich hinter sich lassen. Kurz darauf steht er vor der Tür zum Bürgermedienbereich: Verschlossen. Er wirft sich mit aller Kraft dagegen, aber der Zahn der Zeit hat das Schloss nicht beschädigt. So schnell will unser Held nicht aufgeben, ein paar Schritte und Goranos ist bei der PR angekommen.

Heri (das bananenliebende Maskottchen der PR) hängt mit einem fröhlichen Lächeln an seinem Stammplatz ab. Da er nur Gutes über das Äffchen gehört hat, fragt er ganz unverbindlich nach dem Weg zu seinem Büro. Heri schaut ihn nur schief an, überfordert von der Situation lässt er nur ein paar „uhuhahah“-Geräusche vernehmen. Zu seiner Überraschung scheint der Affe zu verstehen, was unser Held von ihm will. Mit ein paar flinken Sprüngen ist er bereits zur Tür hinaus, Goranos hat Mühe mitzuhalten. Mit erstaunlichem Geschick hangelt sich der Affe zu einer großen Tür und in das, was mal der Saal war.

Drinnen ergreift Goranos das prompte Gefühl, sich einen Stuhl zu schnappen und einen Sitzkreis zu eröffnen. Doch deswegen ist er nicht hier. Nach einem Blick zu dem Affen, der erwartungsvoll in der Bühnenbeleuchtung an der Decke verharrt, schwingt dieser sich hinunter und lenkt den Fokus auf eine weitere Tür, welche von einem Notausgangschild geziert wird. Nach einem ordentlichen Ruckeln gibt auch diese Tür nach und ermöglicht den Eintritt in den dahinterliegenden Gang. Ohne weitere Zwischenfälle kommt er problemlos in sein Büro, wo auf einem Schreibtisch seine lang verschollene
Kaffeetasse steht.

Genau wie die Welt um das Haus hat auch diese ihr Eigenleben entwickelt. Während er die Tasse spült, lässt er seine Gedanken über das an diesem Tag Gesehene schweifen und stellt eine für sich noch nie dagewesene Arbeitslust fest.

Nachdem er seine Vorsätze erfüllt hat, begibt er sich in die Buslinie 11. Aber nur mit der Absicht wieder zurückzukehren.

Wenn er nicht gestorben ist, erkundet er noch heute verschollene Bennohäuser und andere Tempel der Medienwelt.


Gruppe 3 entwickelt mit Solarfried*a eine*n besondere*n Protagonisten*in und verpackt seine*ihre Vorfreude in schöne Verse.

Bennohauskultur
Die Zeit im Home-Office ist für Solarfried*a endlich vorbei…
Im Bennohaus zu sein ist wie Zauberei.
Solarfried*a steigt wie vorher auch in den Bus,
Auch wenn man dort immer noch aufpassen muss.
Leider hat er/sie aber auch keine Wahl,
Fahrrad zu fahren wäre eine Qual.

Solarfried*a holt den Schlüssel von oben
Hoffentlich fällt er nicht auf den Boden,
denn Viren lauern überall
Und bringen Coronavirenüberfall.
Dagegen hilft nur desinfizieren,
denn so verbreiten sich weniger Viren.

Die Türen werden aufgeschlossen
Und endlich wieder die Blumen gegossen.
Das Wiedersehen wird groß gefeiert,
Natürlich nur mit Maske verschleiert,
Es sei denn es ist keine Pflicht,
Dann natürlich nicht.

Die Mittagspause verbringt Solarfried*a am Kanal
und auch das Teetrinken bleibt weiterhin Ritual.
Die Tassen werden nun öfter gespült,
damit sich kein Virus mehr wohlfühlt.
Aufs Händewaschen wird nicht verzichtet,
Denn nur so wird der Virus vernichtet.

Die Arbeit kommt natürlich nicht zu kurz,
Auch nicht trotz Computerabsturz.
Die Arbeitsplätze bleiben wie sie sind,
Doch der Abstand bleibt ein Sorgenkind.
Solarfried*a lässt sich davon nicht unterkriegen
Und ist auch nicht zu unzufrieden.

Bei Interviews bleibt Solarfried*a den Menschen fern,
Das gilt sowohl für extern als auch intern.
Der Popschutz bleibt unter Plastik verdeckt,
Damit sich niemand mit dem Virus ansteckt.
Bei der Selbststrukturierung kam nur Unordnung raus,
Das war für Solarfried*a ein großer Graus.

Zur Redaktionssitzung geht Solarfried*a in den Saal,
Denn die Abstände dort sind optimal.
Sie bringen wieder eine gute Struktur
Und gehören zur Bennohauskultur.
Solarfried*a ist froh wieder hier zu sein,
Denn im Bennohaus ist man niemals allein.


Gruppe 4 präsentiert einen Tagebucheintrag, der der tatsächlichen Situation vermutlich am nächsten kommt.

Tagebucheintrag

Mittwoch, der 1. Juli 2020

09:00 Uhr

So. Homeoffice ist vorbei. Endlich! Dreieinhalb Monate haben wir uns nun verbarrikadiert, dreieinhalb Monate versucht, uns sinnvoll zu beschäftigen, während wir doch unsere Arbeitszeit genau dort verbracht haben, wo wir normalerweise Zuflucht von den Strapazen des Alltags nehmen.

Wir gehen wieder ins Büro! Vor dem Losgehen: Schlüssel, Handy, Portemonnaie… Schutzmaske? Alles dabei!

Außerdem mit eingepackt: Mein Corona-Test-Ergebnis. Denn wir sollten uns ab jetzt regelmäßig testen. Schließlich sind wir Journalist*innen und treffen viele Leute.

Ich bin mit Sebastian verabredet. Um 10 Uhr treffen wir uns vor dem Bennohaus, um gemeinsam unsere AGH-Stelle nun vom Büro aus zu verrichten. Glück auf.

10:00 Uhr

Wir treffen uns. Das erste, was wir beim Betreten des Hauses machen: Hände desinfizieren.

Dann gehen wir zu Jan L. und legen erstmal unser Testergebnis vor. Alles gut. Nachweislich kein Corona!

Wir freuen uns beide, dass wir wieder im Büro sind. Das gibt dem Alltag wieder Struktur. Immer Arbeit und Privates vermischt macht das Leben stressiger!

Wir haben jetzt immer einen festen Arbeitsplatz – mit 1 Meter fünfzig Abstand, denn der Virus hält sich 24h auf Oberflächen. Außerdem wird ein Arbeitsplatz für temporäre Arbeitskräfte freigehalten und nach Gebrauch gereinigt.

Rückblick: In einer Discord-Konferenz haben wir alle aus der Medienabteilung besprochen:

Wir halten auch im Büro unter uns Abstand. Sonst setzen wir Mundschutz auf! Und: beim Betreten und Verlassen des Hauses werden die Hände desinfiziert.

Es soll neue Mikrofonständer und -angeln für unsere Mikrofone geben. Damit wir Abstand zu unseren Interviewpartner*innen halten können. Ebenso werden Mundschutze angeschafft. Mit Bennohaus-Logo – logisch oder? Die tragen wir nun bei Interviews. Im Gepäck natürlich auch: Das Desinfektionsmittel. Unseren Interviewpartner*innen stellen wir es frei, ob sie mit oder ohne Mundschutz von der Kamera eingefangen werden wollen. Die Ausrüstung wird ebenso vor jedem Dreh desinfiziert. Mikros bekommen immer neue Plastiktüten übergestülpt. Möglichst gehen wir nicht zu unseren Interviewpartner*innen. Nur wenn es sinnig für das Ambiente ist.

10:30 Uhr

In unserem Büro haben wir uns dann mal von unseren PCs weggedreht, damit wir uns anschauen können. Und eine „Sitzung“ gemacht: Wie organisieren wir uns nun? Was brauchen wir für Regeln?

Zunächst wollen wir nicht mehr im Büro essen. Das wird entweder oben im Café oder draußen gemacht. Die Tassen werden nach dem Kaffee direkt gespült und Pausen unabhängig voneinander gemacht (nicht schlimm, war sowieso schon vorher die Regel).

Ich soll eine Vorlage für Mails für Interviewpartner*innen und andere Kontakte schreiben, wie wir jetzt mit der Corona-Situation umgehen werden.

11:30 Uhr

So. ich setze mich zunächst an die Mail-Vorlage, die wir jeder Interviewanfrage anhängen wollen:

Hinweis in Zeiten der Corona-Pandemie

Damit wir Ihre und unsere Sicherheit gewährleisten. Seien Sie uns bitte nicht böse, wenn wir Sie nicht mit Handschlag begrüßen. Das ist in diesen Zeiten ja leider nicht angemessen.

Wir werden auch immer versuchen, den Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Bitte tun Sie dies auch.

Wir werden beim Dreh einen Mundschutz tragen. Wir bitten Sie auch, dies zu tun.

Wir stellen es Ihnen aber frei, während des Drehs den Mundschutz abzunehmen. Je nachdem, ob Sie mit oder ohne Mundschutz aufgenommen werden wollen.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis

Ihre Redaktion ostviertel.ms

Die Mail-Vorlage kommt gut an, nur dass „Damit wir Ihre und unsere Sicherheit gewährleisten. Seien Sie bitte nicht böse“ muss geändert werden: Komma hinter „gewährleisten“, das „seien“ dann kleingeschrieben.

12:00 Uhr

Karl-Heinz will mir zeigen, wie man Grafiken in ein Video einbringt. Einblenden, Video im Hintergrund unscharf – all das muss ja eingestellt werden.

Und was passiert natürlich? Wir sitzen direkt an einem Computer nebeneinander. Wäre ja gut, wenn wir nur an den Mundschutz gedacht hätten!

Dann Mittag: In der kleinen Tanke war es schon schwer, Abstand zu halten. Mit Warten und Geduld hat es aber geklappt.

16:00 Uhr

Eigentlich ging alles gut. Interviewanfragen für die ersten Bündnisse für unsere neue Reihe über die sozialen Bewegungen in Münster sind raus! Meistens hat es mit dem Abstand halten und Mundschutz geklappt! So, auf dem Weg nach draußen nochmal Hände desinfizieren und ab nach Hause.

Sollte es zu einem erneuten Anstieg der Infektionsfälle kommen, hoffe ich, dass das Bennohaus auch bereit ist, mit Schichtplänen zu experimentieren, um uns als Personal zwar weitmöglichst voneinander zu distanzieren, jedoch eine weitere langwierige Homeoffice-Periode zu vermeiden.

Also hoffen wir auf ein Gutes!

Ostviertel-Redaktion

Ostviertel-Redaktion

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