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Bilanz der Groß-Evakuierung

Groß-Evakuierung in Münster schneller als gedacht beendet
Experten mussten zwei Bomben entschärfen

Münster (SMS) Die Groß-Evakuierung in Münster konnte am Sonntag schneller als gedacht beendet werden. Schon um etwa 12.30 Uhr, weniger als fünf Stunden nach Beginn der Evakuierung, meldeten die fünf Teams des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen-Lippe die erfolgreiche Entschärfung der letzten Fliegerbombe in der Nähe des Anne-Frank-Berufskollegs. Schon gegen 13 Uhr durften die Münsteranerinnen und Münsteraner wieder in ihre Häuser zurück.

Bei einer der größten Evakuierungen in der Geschichte des Landes sind am Wochenende in Münster 16.000 Menschen aus dem Stadtteil Mauritz evakuiert worden. Von den Maßnahmen betroffen waren unter anderem auch mehrere Senioreneinrichtungen und das St. Franziskus-Hospital. Die Kampfmittel-Experten mussten insgesamt fünf Verdachtsstellen auf so genannte Blindgänger abklären. Bei der Freilegung stellten sich drei der fünf Verdachtspunkte als harmlos heraus. Bleche und andere Gegenstände im Erdreich hatten dort einen falschen Alarm ausgelöst.

Sowohl der Verdachtspunkt im Bereich Mauritzschule/Stiftstraße sowie der Verdachtspunkt im Bereich des Anne-Frank-Berufskollegs erwiesen sich aber als tatsächlich gefährlich. Zunächst entschärften die Experten eine 125-Kilogramm-Bombe an der Mauritzschule und danach eine 250-Kilogramm-Bombe in der Nähe des Anne-Frank-Berufskollegs. Beide Bomben sind amerikanischen Ursprungs und wurden während des zweiten Weltkrieges über Münster abgeworfen.

“Ich möchte den mutigen Frauen und Männern vom Kampfmittelbeseitigungsdienst meinen tiefen Dank aussprechen”, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe, der die Evakuierungsmaßnahme von den frühen Morgenstunden an begleitet hatte und die ganze Zeit über in ständigem Kontakt mit der Feuerwehreinsatzleitung stand. “So glücklich dieser Tag heute auch endet, so deutlich macht er aber auch, wie sehr uns die Folgen des Krieges auch nach über 70 Jahren noch belasten.”

Ebenso dankte Lewe den über 1000 freiwilligen Helferinnen und Helfern der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes und anderer Hilfsorganisationen, die den Einsatz zusammen mit den hauptberuflichen Kräften der Feuerwehr, der Polizei und der Stadtverwaltung vorbereitet und begleitet haben.

“Die Helferinnen und Helfer haben rund 2000 Notbetreuungsplätze für die Evakuierten organisiert und auch Maßnahmen für wesentlich schlimmere Szenarien vorbereitet, als wir sie erlebt haben”, so Lewe. Der Einsatzleiter der Kampfmittelbeseitigungs-Teams, Karl-Friedrich Schröder, gab den Dank zurück: “Die Stadt Münster hat unseren Einsatz hier perfekt vorbereitet”, lobte Schröder vor allem die Arbeit von Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer, der mit seinem Team diesen Evakuierungssonntag schon Monate im Voraus geplant hatte.

Lewe und Heuer sprachen den Bürgerinnen und Bürgern Respekt für deren Disziplin und deren Verständnis aus. Heuer sagte: “Bis auf ganz wenige Einzelfälle sind die Bürgerinnen und Bürger den Anweisungen der Sicherheitskräfte bereitwillig gefolgt. Die Kampfmittel-Experten konnten ihre Arbeit auch deshalb so schnell und erfolgreich beenden, weil die Bevölkerung toll mitgearbeitet hat.”

Als besondere Schwierigkeit bei der Entschärfung der 250-Kilo-Bombe im Bereich des Berufskollegs erwies sich eine doppelte Zünder-Struktur: Der Sprengkörper hatte je einen Zünder an der Kopf- wie an der Fußseite. Beide mussten entfernt werden. Diese lebensgefährliche Aufgabe hatte am Sonntag die Feuerwerkerin Barbara Bremmer übernommen. Lewe sagte ihr und ihren Kollegen: “Viel gefährlichere Berufe kann es kaum geben. Sie haben der Stadt ein Stück Sicherheit zurückgegeben. Danke, dass wir uns auf Sie verlassen durften.”

Foto: Barbara Bremmer hat am Sonntag in Münster einer 250-Kilogramm-Bombe mit doppelter Zünder-Struktur entschärft. Oberbürgermeister Markus Lewe (Mitte) und Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer dankten der Feuerwerkerin und ihren Teamkollegen, deren Arbeit eine der größten Evakuierungsaktionen in der Landesgeschichte vorausgegangen war. Foto: Presseamt Münster.


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Ostviertel-Redaktion

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