OSTVIERTEL.MS

Seelenverkäufer halten Münster in Atem

Ein Gastbeitrag von Jos Fitz

Er spricht wie ein Guru. Er hat eine Erlösungslehre. Felix Beuse aka „Felix der Friedensbotschafter“ versammelt nun jeden Samstag in Münsters Innenstadt seine Jünger*innen. Früher wollte er als Kapitalismus-Guru den Kapitalismus durch Lächeln gewinnen – nun hat er eine neue Erweckungslehre gefunden.

Er redet von Friedensbewegung – obwohl er noch nie bei der Friedensbewegung in Münster gesehen wurde, redet von den Gefahren von implantierten Chips und Bill Gates. Aber eine Ahnung von etwas hat er nicht. So könne die Bundesregierung gar kein Interesse an der Gesundheit seiner Bürger*innen haben. Schließlich würde die selbe Bundesregierung ja auch Waffen exportieren. Da mit diesen Waffen Menschen umgebracht würden und die Bundesregierung sich auch an Kriegen beteiligen würde, könne die Bundesregierung gar kein Interesse an unserer Gesundheit haben. Als wenn dieser Staat super funktionieren würde, wenn seine Bürger*innen alle auf der Intensivstation liegen würden.

Der Coronavirus sei nur erfunden worden, um den Menschen Angst zu machen! Und der „Teufel“ Bill Gates würde uns alle versklaven wollen. Mit Impfpflicht und RFID-Chip implantiert in die Weltbevölkerung. Man kann ja genug an Bill Gates kritisieren, dass er mit seinem PC-Betriebssystem eine Vormachtstellung hat, dass es undemokratisch ist, wenn die demokratischen Staaten wenig an die WHO zahlen, aber große kapitalistische Unternehmen viel in die WHO stecken. Dadurch wird schließlich die demokratische Kontrolle aufgeweicht.

Für Beuse ist er aber der Teufel. Er wolle uns versklaven. Dass er nur Kapitalist ist, und sein Handeln nicht altruistisch, nicht selbstlos ist, reicht ihm nicht.

Aber nicht nur das: So hält er die US-amerikanische Waffen- und Öllobby als die wahren Hintermänner von Hitlers Krieg. Ja, natürlich hat auch die amerikanische Ölindustrie fleißig Geld mit Hitlers Reich gescheffelt. Wie viele andere auch. Allen voran stand da aber immer noch die deutsche Stahl-, Öl- und Farbenindustrie, die an Hitlers Terror Gewinn gemacht hat. Er schabt also nah an der Kriegsschuldleugnung.

Und natürlich – damit seine Schäfchen ihm auch nicht weglaufen, muss er sich und seine Jünger*innen in den Kontext des Widerstandes gegen den Faschismus stellen und die Medien als Teufelswerk abtun. Schließlich sei die Meinungsfreiheit abgeschafft, da ihm niemand glaube. Nach dem Motto „Hitler war Mainstream damals“ stellt er seinen Widerstand in historische Kontinuität zum Widerstand gegen Hitler, so als wäre Merkel die neue Diktatorin. Wer aber nicht den Unterschied zwischen einer faschistischen Diktatur und einer bürgerlich-kapitalistischen Demokratie sehen will, dem ist nicht geholfen. Aber ihm soll auch nicht geholfen werden. Schließlich will er uns auch erwecken: „Wem folgen wir? Wollen wir straight to hell oder wollen wir das Paradies auf der Erde schaffen, wollen wir wirklich den Himmel auf die Erde holen, wollen wir Gottes Reich erschaffen?“

Wer in einem Gottesstaat enden will, sollte ihm folgen. Für alle anderen: Behaltet Anstand und haltet einfach Abstand!

Fazit: Rechts esoterische Verschwörungs- und Erweckungserzählungen, die einfach nur ein Fall für eine*n Sektenbeauftragte*n sind.

Denn: Sein Guru wiederum ist David Icke, der „ein antielitäres, ökologisches und spirituelles Weltbild mit einer breiten Palette rechtsextremer Verschwörungstheorien, Glaubenssätzen und paranoider Klischees der Verschwörungskulte und Ängste der amerikanischen Milizbewegung“ (Wikipedia) verknüpft und dabei auf die antisemitische Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“ verweist, die vermeintliche Beweise für eine jüdische Weltverschwörung liefern soll.

Seine zwei Hauptjünger scheinen dabei zu sein: Ein pensionierter Oberstudienrat, der auch an die Corona-Diktatur glaubt, und ein 5G-Kritiker und esoterischer Globetrotter namens Björn Wegner, der anhand der ausgebliebenen hohen Todesraten in Deutschland die Wirksamkeit der Maßnahmen, die die vielen Toten verhindert haben, in vielen Worten, aber ohne rechten Sinn, leugnet. Und dabei: Eine Youtuberin, die jetzt statt Esoterik Verschwörungspropaganda vorliest.

PS: Einen Bericht zu der ominösen Kundgebung am letzten Samstag bietet die Münstersche Volkszeitung: https://mvz-online.chayns.net/Ticker?M=112800638

Gastautor*innen

Gastautor*innen

Unter diesem Profil veröffentlichen Bürger*innen, gemeinnützige Organisationen, Gruppen oder Einrichtungen Gastbeiträge.

10 Kommentare

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe noch nie so einen schlecht recherchierten Artikel gelesen mit so vielen Lügen und falschen Behauptungen!
    Furchtbar!
    So etwas darf nicht veröffentlicht werden.
    Wie können Sie das zulassen?
    Mit freundlichen Grüßen
    K. Richter

    • Liebe Frau Richter,

      wie kommen Sie darauf, dass der Text schlecht recherchiert ist? Man muss nur seine Videos anschauen und diese politisch einordnen. Dann kommt man schnell zu diesem Ergebnis.

      Haben Sie sich einmal seine Videos angeschaut?!?

      MfG
      Jos Fritz

      • Sehr geehrte Herr Fritz oder Fitz,
        nun habe ich mir weitere Videos angesehen.
        Ich bin erschrocken, wie man Felix derart missverstehen kann. Das ist für mich unbegreiflich.
        Felix steht für eine friedliche und wertschätzende Kommunikation. Davon konnte ich mich überzeugen. Das sagt und zeigt er in seinen Videos.
        Er sieht sich als Teil der Menschheitsfamilie.
        Dieser Ausdruck gefällt mir besonders gut.
        Mit freundlichen Grüßen
        Karin Richter

        • Nun ja. Diese ewig wiederholte “friedliche und wertschätzende Kommunikation” des Herrn Beuse ist leider nur eine Floskel mit nichts dahinter. Nirgendwo wird diese Floskel mit Inhalt gefüllt.
          Dafür wird in Teufel und Gott unterschieden. Und wer nicht seiner Meinung ist, ist auf der Seite des Teufels.
          Ich sehe dahinter kein bisschen von einer demokratische Grundhaltung. Dafür scheint er einen rechtsextremen Esoteriker zu goutieren.

        • Wenn man jemanden unbedingt missverstehen möchte, dann tut man es wahrscheinlich. Anders kann ich mir Ihre haltlosen Behauptungen nicht erklären.
          Ich wünsche Ihnen mehr Weisheit, Reife und eine klarere Sicht der Dinge, Herr Fritz!

          • Nun ja, irgendwie ist die Diskussion nicht fruchtbar. Sie haben meine Argumente immer noch nicht widerlegt. Insofern beende ich hiermit die Diskussion für mich als Gastautor und wünsche ihnen auch alles Gute.
            Meine Sicht auf die Dinge finde ich doch recht klar. Den Rest müssen andere beurteilen…
            MfG
            Jos Fritz

  • Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.
    (Voltaire)

    Und diese Meinung sollte respektvoll geäußert werden.
    Das vermisse ich im Beitrag von Herrn Jos Fitz.

    • Nun ja. Ich habe meine Meinung so respektvoll wie möglich einem Menschen gegenüber geäußert, der von demokratischen Gepflogenheiten nicht viel hält. (s.o.)
      Jos Fritz

      • Jetzt machen wir mal ein Empathie-Übung:
        Ich schreibe eine unbegründet Behauptung:
        Jos Fritz scheint ein rechtsextremer Gastautor zu sein.
        Wie fühlt sich das an?
        Sie sind es wahrscheinlich ebensowenig wie die Hauptfigur in ihrem Artikel.
        Solche aus der Luft gegriffenen Aussagen sind einfach unschön.
        Vielleicht überlegen Sie in Zukunft etwas genauer, bevor sie Beleidigungen äußern.
        Mit freundlichen Gruß
        Karin Richter