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Die Corona-Tagebücher

Das Homeoffice greift um sich und erfasst auch die Bundesfreiwilligendienstleistenden im Bennohaus. In ihren Corona-Tagebüchern berichten die BuFDis aus ihrem Alltag und ihren ersten Erfahrungen mit dem Arbeitsplatz im eigenen Schlafzimmer.

Woche 2: 21.03-27.03.2020

Das Ungewohnte wird langsam zum Gewohnten, auch wenn es an den Nerven zerrt: Einerseits weckt die Unfähigkeit zur Distanzwahrung im Drogeriemarkt ungeahnte Aggressionen, andererseits fehlen die Langsamgeher und Im-Weg-Steher nun plötzlich doch. Ohne Arbeit, kein Rhythmus – zumindest für manche Menschen, sodass die Nacht für den Produktivitätsschub herhalten muss. Die dafür freie Zeit am Tage lässt sich übrigens gut mit gleich doppelter Backkunst, Fremd-Hund-Ausführung oder virtuellen Saufgelagen füllen. Abschließend klingen die Leiden vom Zauberer ohne Publikum zwar wie ein Märchentitel, sind aber kein Märchen, sondern nur unser Unhappy End für diese Woche.

Woche 1: 16.03-20.03.2020

Die erste Woche wird zum Einpendeln genutzt: Zwischen der Herausforderung, den eigenen Alltag ohne feste Strukturen einzuteilen und freilaufenden Passanten auf offener Straße gezielt aus dem Weg zu gehen, ist endlich mehr Zeit für Hobbys. Darunter absolute Klassiker wie das Gießen von Untersetzern aus Epoxidharz oder abwechselndes PS4-Spielen und analoges Angeln. Endlich ist auch Zeit, sich den Frust über verantwortungslose Mitmenschen von der Seele zu schreiben. Fazit: Thank god for Netflix and Spotify.