OSTVIERTEL.MS

Tristan

Woche 3

Hinweis: Allen Tagebuchschreiber*innen wurde in dieser Woche ein Fragebogen zur Seite gestellt, den sie entweder direkt beantworten oder in ihren Texten einpflegen konnten.

28.03-03.04.2020

Neue Woche, neuer Eintrag, wie man sagt. Ich denke, ich werde mich kurzhalten, da der dieswöchige Tagesablauf meinerseits recht unspektakulär verlaufen ist. Ich hab das mittlerweile Übliche getan, also mit dem Hund rausgehen, Homeoffice, Serien schauen oder gelegentlich auch mal die ein oder andere Partie Fifa spielen. Nicht zu vergessen YouTube, wobei man irgendwann anfängt wie in meinem Fall, irgendwelcheMegalodon-im-Mariannengraben- oder Löwen-Dokus zu schauen. Das ist aber ehrlich entspannt vorm Schlafen gehen, da die Sprecher nicht die motivierteste Veranlagung ihrer Stimme zeigen. Neben der neuen Staffel von Haus des Geldes hab ich auf YouTube jetzt noch eine Doku „Der letzte Regenwald“ offen. Diese wird sich bestimmt als Nebenaktivität vom Homeoffice oder des Fifa-Spielens angeschaut. Der Plan für nächste Woche ist, auch das Haus wieder öfters zu verlassen, aber das wird schon.

Tristans Antworten auf den Fragebogen:

Welche Veränderungen in deinem Verhalten, deiner persönlichen Haltung, deinem Gemüt und in deiner täglichen Umgebung hast du in der bisherigen Homeoffice- und Public-Distancing-Phase feststellen können? Bitte benenne auch Beispiele.

Eine Veränderung, die sich in meinem Verhalten, meiner persönlichen Haltung und in meiner täglichen Umgebung ergeben hat, ist sicherlich der Schlafrhythmus. Mit Bedauern musste ich feststellen, dass dieser sich leider viel leichter nach hinten verschieben lässt als wieder nach vorne. Wie einst schon weise Menschen sagten, komme nun auch ich zu dem Schluss – „So soll’s nicht sein“.

Abgesehen von diesem Punkt hab ich die Gesamtsituation nicht als große Veränderung wahrgenommen, da sich mein Verhalten, seitdem ich zu Hause bin, nicht wirklich unterscheidet hat von meinem bisherigen Verhalten.

Welche Gefühle löst die Coronavirus-Krise in dir aus?

– Fühlst du dich sicher?
A: Ja.

– Hast du Angst oder bist du entspannt?
A: Entspannt.

– Fühlst du dich machtlos oder nicht?
A: Nicht machtlos, aber eingeschränkt. So geht es aber den meisten.

– Hast du das Gefühl, dass alles unter Kontrolle ist?
A: Wie gesagt, Angst oder ähnliches hab ich nicht, jedoch kann man das schwierig einschätzen, letztendlich weiß niemand annähernd Bescheid über die Anzahl der Fälle, da dies auch keine Prognosen realistisch testen bzw. abschätzen können.

– Was vermisst du am meisten?
A: Freizeit draußen mit Freunden zu verbringen

-Was stört dich am meisten?
A: Jeden Tag neue Prognosen zu lesen, die niemandem was bringen und zudem keinen Wert besitzen.

Welche Vorteile hast du für dich selbst bislang wahrnehmen können?

Vorteile, die ich wahrgenommen habe, sind, dass ich mehr Zeit für meinen Hund und auch mal fürs Serien schauen habe.

Beschäftigst du dich tagesaktuell mit den Nachrichten um das Coronavirus? Weißt du, was außerhalb von Deutschland geschieht? Ist dir wichtig, wie andere Länder mit der Situation umgehen?

Klar, beschäftige ich mich mit den Nachrichten zum Coronavirus, was national und international passiert, bekomme ich mit, aber langsam beginnen die Nachrichten zu nerven, da oft einfach nur über neue Prognosen berichtet wird, die, wie gesagt nie aktuell bzw. realistisch sind und man nicht bei jedem testen kann, ob er Corona hat oder nicht, da sich das Virus bei vielen Menschen auch symptomlos äußert.

Welche Veränderungen im Verhalten deiner Mitmenschen, z. B. Familie, Freund*innen, Bekannte, Passant*innen, Postzusteller*innen, Verkäufer*innen usw., konntest du in der bisherigen Homeoffice- und Public-Distancing-Phase feststellen?

Man hat mehr Zeit für Familie und für Mitmenschen über Social-Media. (z.B. schreiben, telefonieren, zocken usw.)

Welchen vorteilhaften oder negativen Auswirkungen könnte die Coronavirus-Krise aus deiner Perspektive auf das Weltgeschehen haben? Zum Beispiel in Bezug auf Natur und Umwelt, die (Welt-)Wirtschaft oder den sozialen Zusammenhalt.

Positiv: Zusammenhalt aller Menschen, der sonst z.B. augfrund verschiedener Religionen, verschiedener Kulturen oder Krieg nicht vorhanden ist, temporäre Entlastung der Umwelt.

Negativ: Wirtschaft, Tod vieler Menschen, viele verlorene Arbeitsplätze, mögliche NWO.

Was könnten diese Auswirkungen für dich selbst bedeuten? Vielleicht kannst du dabei auch Bezug auf die Erkenntnisse der Bildungstagsangebote nehmen.

Ich finde diese Frage ist etwas schwerer zu beantworten. Wünschen würde ich mir als Auswirkung einen anhaltenden Frieden und Zusammenhalt aller Menschen oder zumindest die Verminderung von Krieg und Anfeindungen. Vielleicht öffnet eine Situation wie diese vielen Menschen auch die Augen und worauf es wirklich ankommt.

Vermisst du das Bennohaus? Bitte begründen. 😊

50/50 – zu Hause ist entspannter.


Woche 2

21.03.-27.03.2020

Der dieswöchige Tagesablauf verlief verhältnismäßig still. Auf Grund der vorliegenden Situation mit dem Coronavirus ist das natürlich auch kein Wunder. Da wir alle, zumindest die meisten von uns, zuhause bleiben, um das Ausmaß des Virus zu vermindern, liegt es, glaube ich, auf der Hand, dass die Zeit zuhause ruhig vergeht.

Unser Haus hab ich diese Woche nur verlassen, um mit dem Hund spazieren zu gehen. Dass man dabei kaum Leute antrifft, ist für mich gar nicht so schlimm – ehrlich gesagt, freut es mich sehr. Wenn ich das Haus mit dem Hund verlasse, gehe ich sowieso spazieren und höre dabei Musik über Kopfhörer. Am liebsten hab ich da meine Ruhe und hasse es, irgendwelchen Menschen zu begegnen, auch wenn man nicht mit ihnen reden muss. Ich mag das einfach nicht und deshalb kommt mir die jetzige Situation in Zusammenhang mit dem Gassi gehen echt gelegen. Nicht falsch verstehen, damit meine ich nicht, dass mir das Coronavirus gelegen gekommen ist. Ich wünsche jedem meiner Mitmenschen nur das Beste und das niemand daran erkrankt oder sogar stirbt.

Sonst war der Verlauf der Wochem wie zuvor erwähntm ganz angenehm ruhig, neben dem Homeoffice sind Netflix oder Fifa auch würdige Begleiter der Quarantänezeit.


Woche 1

16.03.-20.03.2020

Meinerseits hat die Quarantäne, in der wir uns seit fünf Tagen befinden, keine Panik, Angst oder Skepsis ausgelöst. Das einzige, was mir so wirklich aufgefallen ist, war der Feierabendverkehr: Es waren kaum Autos unterwegs, dafür umso mehr LKW. Das könnte vielleicht mit der notwendigen Belieferung der Supermärkte zusammenhängen, die ja in diesen Wochen einer viel höheren Belastung ausgesetzt sind, wenn es um verkaufte Lebensmittel und auch andere Dinge für den Haushalt geht.

Mir ist der Ernst der Situation in Verbindung mit dem Coronavirus durchaus bewusst, jedoch kann ich keinen der Menschen aus unserer Gesellschaft nachvollziehen, der irgendwo übertriebene bzw. unnötige Panik verbreitet oder Hamsterkäufe tätigt und sich z.B. zehn Pakete Klopapier mit nach Hause nimmt. Diese Menschen verhalten sich unaufgeklärt, realitätsfern und sind zudem egoistisch.

Anstatt direkt in den nächsten Supermarkt zu rennen, könnte man besser erstmal seine Zeit damit verbringen, sich mit der Situation auseinanderzusetzen und darüber nachdenken, wie man Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen kann. Meiner Meinung nach ist es weitaus relevanter zu wissen, wie ich andere und mich selber vor dem Coronavirus schützen kann und auf wen ich überhaupt Rücksicht zu nehmen habe.

Zudem führen Hamsterkäufe nicht nur zu passiv verbreiteter (unnötiger) Panik, sie sind egoistisch und bewirken das Gegenteil von Rücksichtsnahme auf die anderen in unserem Umfeld. Anderen Leuten die Sachen wegzukaufen oder sich wie in manchen Fällen sogar darum zu prügeln kann man mit dem Wort „zurückgeblieben“ ganz gut beschreiben. Der Egoismus dieser Leute wirkt sich vor allem negativ auf Senioren aus, eine Gesellschaftsgruppe, die vielleicht eben nicht die Möglichkeit hat, mit dem Auto zu einem großen Supermarkt zu fahren. Somit sind viele ältere Menschen darauf angewiesen, dass der lokale Markt noch alles hat, was man benötigt. Ist das nicht der Fall, kann das in einer recht verzweifelten Situation enden.

Und das ist nur ein Bruchteil von dem, was die Gesellschaft in dieser Situation noch falscht macht und verbessern muss. Darüber sollte man auf jeden Fall mal nachdenken.