OSTVIERTEL.MS

Linus

Woche 2

Wenn ich momentan den Blick auf meine Zimmerdecke richte, im Übrigen ein Exemplar, das mit weiß lackierten Holzlatten verkleidet ist, befürchte ich bisweilen schon, sie möge mir früher oder später auf den Kopf fallen. Da sie aber für den Augenblick hält, verbringe ich noch immer einen Großteil des Tages in meinem Zimmer, um a) zu arbeiten, b) zu zocken und nicht zu vergessen c) zu schlafen.

Weder die Arbeit an den Projekten für meine Lieblingswebsite ostviertel.ms, noch die Beschäftigung mit Videospielen ist an sich langweilig, eher das Gegenteil ist der Fall. Jedoch entwickelt sich aus der wiederholten Kombination dieser Aktivitäten eine leichte Eintönigkeit. Dazu ein Beispiel:

Dienstagabend habe ich mich mit meinen Freunden getroffen und ein paar Kannen Bier getrunken. Wobei: Eigentlich haben wir uns gar nicht wirklich getroffen. Wir waren auf Teamspeak und haben am PC getrunken. Das war ganz lustig, aber wir hätten uns alle lieber in der realen Welt getroffen, nicht in der virtuellen.

Beispiel Ende. Um auf Dauer einem mittelschweren Lagerkoller vorzubeugen, habe ich mich tatsächlich zu dem einen oder anderen Spaziergang über die weitläufigen Reservate des örtlichen Schlossparks hinreißen lassen. Alles andere wäre wohl auch eine Vergeudung der aktuellen Wetterlage gewesen.


Woche 1

16.03.-20.03.2020

Liiebes Tagebuch…

Heute ist ein schöner Tag. Ich habe im Garten Blumen… Ähem, ich meine natürlich

STATUSBERICHT

CLASSIFIED DOCUMENT
51.737865, 7.522460|20.03.2020|13:55:15 GMT+1
Home-Office Basis Nordkirchen

Heute habe ich seit 7 Tagen das erste Mal das Haus verlassen und für den Familienhaushalt und Omma eingekauft. Es gab sowohl Klopapier als auch Mehl und Nudeln, daher konnte ich keine Bilder von leeren Regalen anfertigen. Randaliert hat auch niemand. Trotzdem markiert diese Expedition in den Einzelhandel eine Art Höhepunkt der bisherigen Home-Office-Woche, schließlich hat sich die Anzahl der direkten persönlichen Kontakte um mindestens 300 % gesteigert.

Die übrigen (vorausgegangenen) vier Tage waren entspannt, aber auch nicht langweilig. Dank Homeoffice muss ich jetzt statt täglich 2 x 30 Kilometern nur rund 2 x 2 Meter Arbeitsweg überbrücken, was mir wiederum eine Zeitersparnis von bis zu 2(!) Stunden einbringt, welche ich umgehend in produktive Arbeit investiere. Die in der Folge rare Freizeit verbringe ich mit niederen Arbeiten in Haus und Garten sowie dem gelegentlichen Konsum von Videospielen. Der Übergang zwischen Letzterem und Arbeit gestaltet sich dank KVM-Switch fließend. Einen schönen Gruß in die Runde und bleibt gesund!