OSTVIERTEL.MS

Jahresrückblick 2020: ostviertel.ms in Zahlen

Das Ostviertel-Stadtteilmagazin besteht seit Ende 2018 und ist ein bürgermediales Projekt des Bennohauses in Münster. Es ist eine mediale Spielwiese. Menschen, auch ganz ohne Vorerfahrung, probieren die Medienarbeit aus: Weil sie etwas zu sagen haben oder weil sie lernen möchten, wie Medien funktionieren. Das alles in einer nicht-kommerziellen Umgebung, damit Anreize zur Themenfindung und Berichterstattung nicht aus wirtschaftlichem Druck entstehen.

Das macht Bürger*innenmedien besonders und befeuert gleichermaßen den immerwährenden Konflikt um ihre Legitimation: Ausprobieren kann sich jede*r doch woanders und vollkommene Themenfreiheit verhindert den Aufbau eines Dauerpublikums. Und sowieso: Wieso soll ich mir journalistische und gestalterische Arbeiten von Anfänger*innen und Amateuren anschauen, wenn es die WN, den WDR, Antenne Münster oder RUMS gibt?

Der dritte Auftrag

Es sind Argumente, die wir seit Jahren mal mehr, mal weniger stark vernehmen. Ich frage mich dann, wo bei Antenne Münster Sendezeit für ein Interview mit Thomas Siepelmeyer vom AKAFRIK über Antikolonialismus vorhanden ist. Wo genau die WN die Kolumnen zweier Münsteraner Schüler druckt, die bereits Mitte März treffend über notwendige Reformen im Bildungssystem schreiben oder ein flammendes Plädoyer für „Cancel Culture“ halten. Wo der WDR mit seinem Landesstudio unseren Stadtteil in ausführlichen Interviews über die Menschen und ihre Aktivitäten abbildet.

Diese Fragen sollen nicht als Vorwürfe verstanden werden. Wäre ich Chefredakteur*in einer Lokalzeitung oder eines Lokalsenders würde ich wahrscheinlich ebenfalls Schwierigkeiten haben, derlei Themen vorbei an Verkaufs- und Klickzahlen durchzudrücken. Mein Auftrag wäre ein anderer.

So wie private und öffentlich-rechtliche Medien mit ihren unterschiedlichen Aufträgen auf dem Medienmarkt agieren, so sind wir als Bürger*innenmedien eben mit unserem eigenen Auftrag an diesem Markt beteiligt. Wir tragen zur Meinungsvielfalt bei (so wie unser duales Rundfunksystem). Wir sind für viele Menschen die Tür zur professionellen Medienarbeit (so wie Universitäten und Kabelträger*innenpraktika). Wir bieten Themenfreiheit (so wie YouTube, Facebook und andere private Plattformen es halbwegs tun), aber wir verbinden sie mit bereitgestellter Technik, Software und unserer Perspektive.

Die Bürger*innenmedien hier in NRW haben in den letzten fünfzehn Jahren viele Veränderungen durchlaufen. Die starke Weitentwicklung zu einer Lernumgebung, insbesondere für erwachsene Menschen, hat neue Produktionsweisen hervorgebracht und neue Themen provoziert: Nicht alle unsere Beiträge haben mehr den konkreten Auftrag, einen Beitrag zur Meinungsbildung zu leisten. Dafür wissen unsere Zuschauer*innen jetzt, wie sie westfälische Quarkspeise mit Pumpernickel zubereiten können (und Jana, die jetzt auszubildende Mediengestalterin Bild und Ton bei NRWision ist, konnte während unserer Schließzeit von zuhause produzieren).

Unser Stadtteilmagazin ist der Versuch, die strikte Bindung an eine Medienform in den Bürger*innenmedien aufzugeben: Erst kommt das Thema, dann das passende Medium. Es ist der Versuch, verschiedene Meinungen und bislang ungehörte Geschichten, meist aus dem Lokalen, zu sammeln und sie möglichst leicht konsumierbar zu machen: Bei uns ist kein Account erforderlich und die Nutzung ist und bleibt kostenfrei.

Das Jahr 2020 bei ostviertel.ms in Zahlen

Wir nutzen WordPress als Content Management System, hieraus können wir einige allgemeine Daten ziehen. So haben wir 2020 insgesamt 366 Beiträge veröffentlicht, ohne eine qualitative Gewichtung zwischen einem sonntäglichen Throwback und einem ausführlichen Organisationsporträt vorzunehmen. Ziehen wir Pressemitteilungen von dieser Zahl ab, die wir nach möglicher Relevanz für die Bewohner*innen des Ostviertels zur Veröffentlichung auswählen, bleiben immerhin noch 339 Beiträge übrig.

Wow, das sieht ja mal nach einem faulen Sommer aus! Tatsächlich befand sich das Bennohaus im August teilweise in den Sommerferien – auch hier wird ein Unterschied zu großen Medienverlagen deutlich, die natürlich auch in der Ferienzeit produzieren. Dass der Dezember der veröffentlichungsstärkste Monat ist, ist vor allem auf unseren Adventskalender zurückzuführen, der auf den großartigen Einsatz unseres Kulturmanagements zurückgeht.

Unsere Veröffentlichungen unterteilen wir grob in Kreativbeiträge und PR-Beiträge, die sich wiederum auf fünf übergeordnete Rubriken verteilen: Themen, Reihen, Projekte, Podcasts und Neuigkeiten.

Kreativbeiträge entstehen entweder im Rahmen einer festen Reihe (deren Medienformen von den Verantwortlichen frei wählbar sind) oder einer Podcast-Reihe (die bei uns im Moment ausschließlich als Audio-Podcast erscheinen). Sind sie nicht Teil einer Reihe, wird ihnen ein Themengebiet zugeordnet und sie werden als Einzelbeitrag in der jeweiligen Themenrubrik veröffentlicht.

Unter PR-Beiträge fallen zum großen Teil Angebotsankündigungen aus dem Bennohaus für Veranstaltungen und Kurse und Pressemitteilungen, die uns zugeliefert werden. All diese Beiträge werden im Bereich „Neuigkeiten“ und den jeweiligen Unterrubriken veröffentlicht. Da wir im Bennohaus auch Projekte durchführen, werden Beiträge, die im Rahmen dieser Projekte entstehen, direkt den Projektrubriken auf unserer Seite zugeordnet.

Unser fleißigster Autor war in diesem Jahr mit einigem Abstand übrigens Jan Große Nobis, der für insgesamt 34 Veröffentlichungen verantwortlich zeichnete. Allerdings werden viele Gemeinschaftsproduktionen unter dem Redaktionsaccount veröffentlicht, immerhin 162 Beiträge im Jahr 2020. Es liegt also im Bereich des Möglichen, dass Jan sich seine Spitzenposition mit weiteren Mitwirkenden teilt.

Mit zwei Ausnahmen im Oktober und Dezember dominieren bei uns die einzelnen Themenbeiträge. Das liegt u. a. auch daran, dass wir an Sonntagen regelmäßig Throwbacks veröffentlichen, also Beiträge aus unserem Archiv, die dann einem Themengebiet zugeordnet werden.

Rückblickend freuen wir uns vor allem über die Konstanz im Podcast-Bereich, in dem wir im letzten Jahr Fahrt aufgenommen und bereichernden und vielfältigen Content produziert haben. In unseren Podcast-Reihen wurden insgesamt 72 Audio-Podcasts mit einer Gesamtlänge von über 3262 Minuten veröffentlicht: Das sind über 54 Stunden Laufzeit! Wer für den Jahresumbruch noch Beschäftigung sucht, klickt einfach hier.

Aufgrund der Coronasituation sind im Bennohaus viele Veranstaltungen ausgefallen, was die geringe Gesamtzahl an Neuigkeiten erklärt. Ansonsten lassen sich für uns auf Grundlage dieser Auswertung auch besondere organisatorische Umstände nachzeichnen. Nach dem jährlichen Wechsel unseres Kernteams an Freiwilligen und Praktikant*innen wurde im Kulturmanagement im September/Oktober erstmalig viel Konzentration auf das Stadtteilmagazin gelegt, was sich in der Produktion von mehr Beiträgen niederschlug.

Die Themen in Zahlen

Als wir die Ostviertel-Seite konzipierten, einigten wir uns auf sieben Themengebiete, die sich in der Rubrik „Themen“ wiederfinden. Allein die übergeordnete Bezeichnung „Themen“ und nicht „Ressorts“ oder „Rubriken“ oder „Kategorien“ war das Ergebnis von längeren Brainstorm-Sessions im Team Bürger*innenmedien.

Jeder einzelne Beitrag wird bei uns übrigens genau einer bestimmten Rubrik zugeordnet. Es gibt keine Dopplungen, um eine dauerhafte Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Bei unserer kleinen Vorgängerseite mnstr.tv arbeiteten wir z. B. noch mit der Themenrubrik „Lokales“, was dazu führte, dass ungefähr jeder Beitrag auch mit dieser Rubrik versehen wurde (schließlich ist fast alles bei uns irgendwie lokal zu verorten).

In der folgenden Grafik finden sich mit Kultur, Politik, Umwelt, Musik, Wissen und Kurzfilm lediglich sechs dieser Themen wieder, weil unser siebtes Themengebiet Sport keinen einzigen Beitrag im Jahr 2020 auswies. Ein gutes Beispiel dafür, wie sehr unsere Themen von den Mitwirkenden gesteuert werden: Nachdem unser BFDler Alex seinen Freiwilligendienst beendete, folgte niemand, der ein derart ausgeprägtes Interesse am Sport hatte – oder es medial ausleben wollte. (Hier sei erwähnt, dass unser Fußball-Podcast Doppelpass Alleine auch 2020 fortgesetzt wurde).

Der Kultur-Bereich erfüllt bei uns die Funktion als allgemeine Rubrik: Wenn es nirgendwo reinpasst, wird es wohl Kultur sein. Dementsprechend vorhersehbar sind über 40 % unserer Themenbeiträge auf diese Themenrubrik entfallen. Politische Themen folgen auf dem zweiten Platz. Mich freut insbesondere, dass sich auch einige Kommentare unter diesen Beiträgen wiederfinden.

Bürger*innenmedien sollen und möchten zur Meinungsbildung beitragen, daher ist es für uns von großer Bedeutung, faire Meinungsbeiträge zu fördern, die ohne Hass auskommen. Seit diesem Jahr markieren wir Kommentare übrigens mit einem speziellen Kommentarkasten, wie zum Beispiel hier zu sehen (für Desktop-User*innen rechts in der Sidebar, bei Mobilgeräten erscheint der Kasten nach dem Beitrag).

Als gemeinnützige Einrichtung, die Fördergelder erhält, ist es uns in fortlaufend hitzig geführten Debatten wichtig, unsere Rolle als Unterstützungs- und Lernort zu betonen. Wir helfen dabei, Meinungen medial auf den Weg zu bringen, aber es sind nicht zwangsläufig unsere Meinungen (Wer ist überhaupt „wir“? Unser Team ändert sich fortlaufend. Als Chefredakteur*innen sind meine Kollegin Daria und ich grundsätzlich für jede Veröffentlichung verantwortlich, aber wir machen uns deshalb nicht gemein mit ihr).

Die neun Kurzfilm-Beiträge waren übrigens allesamt Throwbacks. Die Filmproduktion ist ein grundlegend anderes Pflaster und auch wenn regelmäßig neue Mitwirkende mit der Ambition zum Filmemachen zu uns stoßen, unterscheidet es sich stark vom redaktionellen Arbeitsrhythmus, der bei uns im Lernvordergrund steht. 2020 also ein Jahr ohne neuen Kurzfilm aus dem Bennohaus, wenn wir einmal vom Kinderferienprogramm absehen.

Auch interessant: Das Bennohaus war für rund zwei Monate von Mitte März bis Mitte Mai geschlossen. Negativ bemerkbar auf unseren Output hat sich das nicht gemacht: Im Gegenteil weisen die Monate März bis Mai nach dem Adventskalender-Dezember die meisten Neuveröffentlichungen aus. Das Team hat in dieser Phase wirklich tolle Arbeit geleistet und das größtenteils von zuhause.

So findet ihr uns: Die Besucher*innen von ostviertel.ms

In der Schließzeit wurde uns von unserem tollen Hoster Matomo eingerichtet, um unsere Besucher*innenzahlen zu erfassen. Unsere Datenerfassung beginnt daher erst mit dem 07.05.2020, hält aber einige interessante Informationen für uns parat.

Auch für die Bürger*innenmedien sind Klickzahlen interessant, denn die Wirkung von Beiträgen lässt sich zweiteilen: Einmal sind es die Macher*innen selbst, die vom Produktionsprozess profitieren, weil sie sich intensiv und/oder erstmalig mit einem Thema beschäftigt und neue redaktionelle, gestalterische und technische Produktionserfahrung gesammelt haben.

Zum Zweiten entfalten Beiträge Wirkung auf die Rezipient*innen, vielleicht weil sie eine neue Perspektive kennenlernen, vielleicht erstmalig mit einem Thema in Berührung kommen oder sich furchtbar über eine Meinung aufregen.

Das Urteil darüber, wie viele Rezipient*innen oder Klicks ein Beitrag nun benötigt, um diesen zweiten wesentlichen Bestandteil der Wirkung erfolgreich zu erfüllen, maße ich mir nicht an. Ein Blick auf die Zahlen seit Mai 2020 zeigt aber, dass es vor allem globale Themen sind, die unsere internen Besuchscharts dominieren: Mit weitem Abstand meistgeklickt wird Amiras Artikel „Haribo macht Kinder froh, doch die Tiere ebenso?“, wobei etwa 84 % der Besucher*innen von Suchmaschinen auf den Beitrag gelenkt werden. Beliebtester Suchbegriff mit etwa 10 % ist hierbei „haribo gelantine“.

Etwas dahinter auf dem zweiten Platz liegt Caros Artikel „Streaming sei Dank – Indische Filme und Serien auf Netflix“, der seine Besucher*innen zu knapp 82 % von Suchmaschinen bezieht. Spitzensuchbegriff hier ist „indische serie auf deutsch“ – hoffentlich konnte den Fragenden geholfen werden…

Auf Platz drei der Klickcharts findet sich dann schließlich doch noch ein lokales Thema, allerdings vor globalem Hintergrund: „Seelenverkäufer halten Münster in Atem“. Im Gegensatz zu unseren beiden Dauerbrennern gestaltet sich der Besucher*innenzugriff hier deutlich diverser: 25 % der Besucher*innen kommen aus den sozialen Netzwerken (92 % hier von von Facebook, der Rest von YouTube, Twitter und Telegram), 24 % greifen direkt auf den Artikel zu und 21 % über Suchmaschinen.

Die Macht der Suchmaschinen

Blicken wir auf die Gesamtzahl aller Besucher*innen, die uns seit Mai 2020 besucht haben, sind 54 % über Suchmaschinen zu uns gelangt. 37 % haben unsere Adresse direkt in die Adresszeile ihres Browsers eingegeben (oder uns als Favoriten gespeichert, was ich wärmstens empfehlen kann). Nur 7 % erreichen unsere Seite über die sozialen Netzwerke und 2 % über Verlinkungen auf andere Webseiten.

Bei den sozialen Netzwerken macht sich insbesondere Instagrams Natur bemerkbar: Hier erreichen wir zwar einige Menschen, können aber keine direkten Links auf unsere Beiträge setzen. Die Instagram-Zahlen finden sich stattdessen in den Webseiten wieder: Dort ist es die Seite linktr.ee, die die meisten Besucher*innen zu uns führt. Wir nutzen linktr.ee so wie viele andere auch für unsere Instagram-Bio, um u. a. stets auf unsere aktuellen Beiträge zu verlinken.

Die Suchmaschine, mit der uns Menschen am häufigsten finden, ist wenig überraschend Google. Genau 96,7 % all unserer Suchmaschinenbesucher*innen kommen vom Marktführer. Auf den weiteren Plätzen folgen Baidu mit 1,2 % (vermutlich, um uns seriöse Domainübernahmeangebote zu unterbreiten), Bing mit 1 %, Ecosia mit 0,5 % und DuckDuckGo mit 0,4 %.

Wer seid ihr eigentlich?

Ihr besucht uns größtenteils aus Deutschland, genau genommen erfolgen knapp über 85 % eurer Besuche mit deutschen IP-Adressen. Die restlichen Besucher*innen verteilen sich auf das deutschsprachige Ausland. Insgesamt wurden Besucher*innen aus 75 Ländern registriert, die garantiert alle Interesse an unseren bürgermedialen Inhalten hatten.

Eure Gerätewahl ist sehr divers: 58,9 % unserer Besucher*innen schauen mit dem Smartphone vorbei, auf Platz zwei folgen Desktop-PCs mit 36,2 % (unter ferner liefen Tablets, Phablets, TV-Geräte und Spielekonsolen). Rund ein Drittel der erfassten Geräte sind Apple als Hersteller zuzuordnen, insgesamt besuchen uns sogar ganze 26 % der Nutzer*innen mit ihrem iPhone. Es folgen Samsung (19,1 %) und Huawei (8,8 %).

Bei den Browsern liegt daher auch wenig überraschend Apples Safari in seiner Mobilvariante vorn. Nur eine winzige Nasenspitze dahinter folgt aber schon Google Chrome in seiner Mobilvariante, beide Browser teilen sich mit 22,7 % die Spitzenposition unter unseren Besucher*innen. Dahinter kommt, das freut mich persönlich sehr, Firefox mit immerhin 13,2 %. 5,4 % von euch besuchen uns mit dem Internet Explorer – was ist denn da los?

Eure biologischen Rhythmen scheinen der sozialen Konvention zu entsprechen: Spät in der Nacht besuchen uns die wenigsten, dafür verteilt ihr eure Besuche schön über den Tag. Spitzenbesuchszeit mit anteilig 7 % eurer Besuche ist 19 Uhr, passend zum perfekten Dinner.

Das schaut ihr am liebsten

Der Ursprung unserer bürgermedialen Arbeit liegt im Fernsehen. Mit dem Schwenk auf ostviertel.ms haben wir gleichzeitig unser YouTube-Angebot zusammengeführt: Es gibt nur noch einen Kanal, auf dem wir Content bereitstellen.

Auch hier zeigt sich, dass einige Themen Dauerbrenner sind: 2020 am meisten gesehen wurde unser Besuch im Montessori-Kindergarten in Münster, den Melissa im Jahr 2016 im Rahmen eines Praktikums gemeinsam mit Sarah und Felicitas produzierte. 14,7 % unserer Jahresaufrufe fielen allein auf dieses Video. Dahinter folgen 7 Fragen an einen Justizvollzugsbeamten aus dem letzten Jahr und natürlich unser Klassiker „Wer kennt noch Masematte?“. Auf Platz 5 unserer internen YouTube-Jahrescharts folgt dann auch endlich ein Video, das in diesem Jahr produziert wurde: Janas Bericht über den Gottesdienst im Livestream in der Gemeinde St. Maria Welver. Auch irgendwie lokal, nur woanders.

Meine persönlichen Jahreshighlights

Als Verantwortlicher für diese Seite habe ich jeden Beitrag gesehen, jeden Artikel gelesen und (fast) jeden Podcast gehört und fühle mich geradezu verpflichtet, euch im Rahmen dieses eher zahlenlastigen Jahresrückblicks einige handverlesene Highlights zu präsentieren.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass das Jahr 2020 unser großes Formatjahr war? Viele tolle, neue Reihen haben das Licht der Medienwelt erblickt: Darunter Philipps (und manchmal auch Pauls) ausgewählte Literaturwunder, die erst gestern um eine neue Rezension erweitert wurden. Nicht zu vergessen sei außerdem die crossmediale Quintessenz der bürgermedialen Ideale: In „Unter dem Pflaster da liegt der Strand“ stellt Jan soziale Initiativen und engagierte Menschen aus Münster in ausführlichen Porträts vor. Das sind Beiträge, die sich ausreichend Raum nehmen und die man deswegen nicht mal eben so wegliest. Schaut euch zum Beispiel mal den Beitrag zu Paul Wulf an, der seine Geschichte und die seiner Freund*innen erzählt.

Mit „Ohne Punkt und Komma“ (freier Themenpodcast), „Im Kasten“ (Filmpodcast) und „Tonkunst“ (Musikpodcast) wurden gleich drei neue Podcast-Reihen gestartet. Weiter läuft, und diese Eigenwerbung sei mir an dieser Stelle gestattet, unser medienkritischer Podcast „Unter Medien“, bei dem mir vor allem unsere Januar-Ausgabe über Medienkontrolle sehr am Herzen liegt, in der u. a. unsere damaligen BFDler einen gelungenen Auftritt hatten.

Außerdem liegen mir unsere Viertelgespräche sehr am Herzen, die coronabedingt in diesem Jahr leider fast gar nicht stattfanden. Hervorheben möchte ich trotzdem die Gespräche mit einem der Besetzer*innen der Alten Zentrale über Gentrifizierung und Mitbestimmung in Münster und mit den beiden Betreibern des PULS-Clubs, die im September 2020 (!) ihren Club eröffneten.

Folgende Beiträge haben es ebenfalls in meine persönlichen Charts geschafft:

Und wem das alles noch nicht reicht, der*dem seien die Corona-Tagebücher ans Herz gelegt, die unsere BFDler in unserer zweimonatigen Schließzeit schreiben musstendurften.

Das kommt auf euch zu

Grundsätzlich ist festzuhalten: Natürlich freuen auch wir uns immer, wenn mehr Menschen als gewöhnlich unsere Beiträge wahrnehmen. Seit neuestem findet ihr ausgewählte Beiträge zum Beispiel auch auf IGTV.

Fürs kommende Jahr werden wir noch viel häufiger die Senderegie anwerfen und auf Live-Produktionen setzen, die wir immerhin schon seit 2009 regelmäßig ins Netz streamen. Nach unserem großen Jahresabschluss mit Kultur am Kanal Mitte Dezember, den B-Side-Konzertproduktionen, der OB-Kandidaten-Debatte des DGB Region Münsterland und unseren ObjektivProduktionen möchten wir im Frühjahr noch sehr viel mehr Live-Kultur streamen.

Außerdem möchten wir jetzige und künftige Mitwirkende dazu einladen, meinungsstärker zu werden und sich noch viel häufiger an Kommentare, Glossen oder Reportagen heranzuwagen.

Danke

Wenn ich jetzt auf die Zahlen und Höhepunkte von 2020 zurückblicke, dann möchte ich vor allem eins tun: Danke sagen.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden – unsere Auszubildenden, die viel Verantwortung tragen und einer der treibenden Faktoren hinter dem Stadtteilmagazin sind; unsere Bundesfreiwilligendienstleistenden, die meist frisch aus der Schule kommend plötzlich mit dem blinkenden Cursor auf blankem Office-Dokument konfrontiert werden; unsere Praktikant*innen, meist aus Schulen und Unis; unsere Freiwilligen, die ihre Meinung verbreiten oder einfach nur mithelfen möchten.

Vielen Dank auch an alle Gesprächspartner*innen, die ihre Zeit für uns aufbringen. Es ist keine Selbstverständlichkeit und trotzdem treffen wir in fast allen Fällen auf Bereitschaft, Verständnis und Geduld.

Vielen Dank an alle Leser*innen, Zuhörer*innen und Zuschauer*innen
. Wir freuen uns über euer Feedback und eure Meinungen. Denkt immer daran: Die Grenzen sind fließend und ihr könnt gern auch selbst zu Produzent*innen bei uns werden. 😊

Zu guter Letzt: Das alles ist nur möglich, weil die Stadt Münster seit Jahrzehnten eine Vorreiterrolle bei der Förderung nicht-kommerzieller Bürger*innenmedien einnimmt. Auch hierfür danken wir der Stadt und ihren Entscheidungsträger*innen sehr.

Bis nächstes Jahr!

Jan Leye

Chefredakteur und Chefconnaisseur.

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